Krisenintelligenz: So viele Möglichkeiten – und jetzt?

Blog Möglichkeiten Titelbild - Zwei junge Erwachsene

Ich lese gerade das Buch „2030 Wieviel Mensch verträgt die Zukunft?“ von Sven Gabor Jánszky und Lothar Abicht, was ich sehr spannend finde. Dort ist die Rede von einer „Multioptionsgesellschaft“. Die Autoren gehen davon aus, dass wir bis 2030 in einer Art von Vollbeschäftigung leben, die es uns ermöglicht, immer einen Job zu finden und oft auch den ‚optimalen‘ Job.

Hört sich doch super an – oder?

Vorbei mit der Sorge um den Arbeitsplatz, vorbei mit der Angst, keinen Job zu finden. Wir können uns noch viel mehr entfalten. Wir können einen Job finden, der wirklich zu uns passt – immer und immer wieder!

Die Autoren des Buches sind keine Utopisten und selbst wenn – nehmen wir mal an, es wäre so! Nehmen wir mal an, es gäbe viel mehr Jobs als arbeitsfähige Menschen, wir könnten frei wählen!

  • Was würden Sie tun?
  • Würden Sie etwas Anderes tun als das was Sie heute tun?
  • Würden Sie sich einen anderen Job suchen?
  • Wie würde der aussehen?
  • Was müsste er auf jeden Fall beinhalten?
  • Würden Sie vielleicht trotzdem darüber nachdenken, Ihr ganz eigenes Ding zu machen?
  • Wie geht es Ihnen, wenn Sie diese Fragen für sich selbst offen und ehrlich beantworten? Geht es Ihnen wie vielen Menschen, dass Sie gar nicht so recht wissen, was Sie mit all dieser Freiheit und diesen Wahlmöglichkeiten anfangen sollen?

Blog Möglichkeiten - Wand mit Post-Its und junger Erwachsenen

Ich hatte vor einiger Zeit ein Gespräch mit einer jungen Frau, die ihr Abitur gemacht hatte. Sie war schon ein Jahr lang durch die Welt gereist, hatte sich das Geld dazu selbst verdient. Jetzt stand sie vor der Entscheidung, die Wahl für ihr weiteres Leben zu treffen.

Studium oder Ausbildung? Vielleicht noch eine Weile jobben und reisen? Was kommt dann?

Die meisten ihrer früheren Schulfreunde hatten sich schon zum Studium angemeldet oder hatten sogar schon das Studium gestartet. Ihre Eltern drängten sie zum Studium, aber sie wusste einfach nicht, was SIE SELBST wollte.

Dieses Schicksal teilt sie mit vielen jungen Menschen. Die Vielfalt – die große Auswahl an Möglichkeiten scheint es schwieriger zu machen, das zu finden, was zu einem selbst passt. Dazu kommt noch die alte Denkweise, dass die Entscheidung, die sie jetzt treffen würde ihr ganzes restliches Leben beeinflussen würde. Es wäre also eine „ganz große Entscheidung“…

WOW! Was für ein Druck! Was für ein Dilemma!

Die Angst vor Arbeitsplatzverlust, sozialem Absturz und Imageverlust wird ersetzt durch die Angst, „das Falsche zu wählen“, nicht den „optimalen Weg“ zu gehen. Ich glaube, wir alle dürfen uns mehr und mehr daran gewöhnen, dass die Möglichkeiten immer mehr werden. Das ist doch jetzt schon so, nur nutzen wir sie noch viel zu wenig.

Gestern unterhielt ich mich mit einer Freundin, die genau wie ich, Anfang 50 nochmal ganz neu angefangen hat. Wir überlegten, ob das früher auch möglich war – wir kannten niemanden im Alter unserer Eltern, der das getan hätte. Dann suchten wir Beispiele aus unserer Generation – und fanden außer uns beiden kein einziges.

Ein anderes Beispiel: eine knapp 50-jährige Frau hat einen großen Wunsch: Sie möchte in den USA, im Silicon Valley arbeiten. Sie hat schon 5 Jahre Erfahrung, weiß genau, worauf sie sich einlässt und bekommt ein Angebot. Es ist ein Traumjob an dem Ort, an dem sie leben möchte! Nach Deutschland zurückgekehrt ist sie nur deshalb, weil sie denkt, sie müsste für Familie und Freunde da sein. Vielleicht auch aus Gründen der Vorsorge, denn irgendwann wird sie ja in Rente gehen.

Blog Möglichkeiten Labyrinth

Diese gestandene erfolgreiche Frau hat große Bedenken davor, den Traumjob anzunehmen, weil sie nicht weiß, wie lange sie das machen kann. Bis zur Rente sind es noch knapp 20 Jahre, ein lange Zeit. Sie hat Angst davor, dass sie irgendwann ohne Job dastehen könnte. Sie hat noch das alte Denken, dass man mit über 50 keine Job mehr findet.

Leute! Die Welt ändert sich rasant und rapide! Den mutigen gehört die Welt! Die Möglichkeiten sind da! ABER wir nutzen sie viel zu wenig. Das ist unsere heutige Strategie, mit der Vielfalt der Möglichkeiten umzugehen – alte Denkweisen und Abschottung!

Wie wäre es mit einer neuen Strategie?

Der jungen Frau habe ich meinen Lebensweg erzählt, der alles andere als gerade war, dafür aber sehr erfüllend! ICH HABE IMMER WIEDER NEU GEWÄHLT!

Das könnte eine Strategie der Zukunft sein, die nicht nur Erleichterung bringt, sondern ein erfülltes Leben.

Ich wähle heute, was zu mir passt, was mir entspricht – das ziehe ich durch – dabei entwickle ich mich weiter und … dann treffe ich eine neue Wahl.
Bitte nicht in der Falle stecken bleiben, die Viele ereilt: ich habe mich so schön in dieser Wahl eingerichtet, ich bleib jetzt einfach hier. Das ist das glatte Gegenteil zu dem, was uns weiterbringt und erfüllt.

Wir brauchen eine neue Art des Umgangs mit der Vielfalt der Möglichkeiten.

Die alte Denkweise / das alte Mindset von dem einen „Job für’s Leben“ könnte bald Geschichte sein.

Es lebe die Vielfalt und der bewusste Umgang mit den Möglichkeiten 🙂

Wie halten Sie es damit? Schreiben Sie mir oder kommentieren Sie hier – ich freue mich auf und über Ideen und Anregungen.


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