Selbstbewusstsein – Mut zur Wut

Mut zur Wut

Mut zur Wut

aus aktuellem Anlass widme ich den Blog Artikel diese Woche dem Thema ‚Mut zur Wut‘. Aktueller Anlass deshalb, weil ich keine Lust mehr habe auf ‚weich gespült‘, auf vorsichtig gewählte Worte oder darauf, meine nicht so schönen Seiten sorgfältig unter dem Deckel zu halten.

Was meine ich damit?

Ich meine damit die Seiten an mir, die ich nicht so gern mag, die ich nicht so gerne anschaue, die ich gerne zur Seite ich schiebe.

Es gibt sie! Diese Seiten an uns, die wir nicht mögen, die wir nicht haben wollen. Wir schieben sie gern zur Seite! Das kann dazu führen, dass sie größer und stärker werden.

So war es bei mir letzte Woche! Ich wollte produktiv sein, ich wollte mal wieder richtig gut funktionieren, ich wollte ausgeglichen sein, aktiv, nett, liebevoll, geduldig. All diese Dinge, die wir uns vielleicht wünschen.

Wozu es führte war, dass ich völlig versagte! Es ging nichts mehr!

Alles wirbelte durcheinander in meinem Kopf. Meine inneren Kritiker haben laut geschrieen, egal was ich gemacht habe. Irgendwann war ich so wütend, dass mir nichts anderes übrig blieb als selbst laut zu schreien! Ich war völlig verzweifelt und genervt.

Ich habe mich selbst mal wieder für meine Unfähigkeit verurteilt!

Im Gespräch mit einer Freundin fiel dann irgendwann dieser Satz: ‚manchmal muss man in die eigenen Katakomben hinab steigen!‘

Die eigenen Katakomben, diese Seiten, die wir so gerne vergraben, mit denen wir nichts anfangen können, deren wir uns SCHÄMEN! Sie können auch zu selbst gemachten Krisen führen. Zumindest ist / war es wieder einmal bei mir so!

Meine Krisenintelligenz sagte mir: ‚ Schau hin! Da will etwas angeschaut werden!‘

Was ist also passiert unter der Oberfläche? Was für Seiten habe ich in mir, die mir unangenehm sind, die ich nicht sehen will?

Soll ich jetzt ehrlich sein und Ihnen erzählen, was mich so aufgewühlt hat? OK, dann los:

  • Ich habe mich für meine eigene Schwäche geschämt, ich konnte nicht mehr stark sein
  • Ich hatte wieder Angst zu scheitern
  • Ich hasse es, andere um Hilfe bitten zu müssen
  • Ich habe Angst vor meinen Ängsten und Selbstzweifeln
  • Ich habe Angst davor, anzuecken
  • Ich habe Angst davor, mein Gesicht zu verlieren
  • Ich gestehe mir nicht zu, wütend zu sein!

Es gibt noch mehr, aber auch ich darf meine kleinen Geheimnisse bewahren 🙂

Bei manchen Menschen ist es auch die Angst, Entscheidungen zu treffen, die Angst, Schuld zu sein an irgendetwas. Weil man eine Entscheidung trifft!

Es gibt viele Dinge, die dazu führen, dass wir versuchen, uns raus zu schleichen, uns den Dingen nicht zu stellen.

Manchmal ist das auch gut! Es macht überhaupt keinen Sinn, immer alles aufzuarbeiten und alles anzuschauen. Das Leben zeigt uns schon, was gerade ansteht.

Manchmal aber, so wie bei mir letzte Woche, kommt man nicht mehr drum herum, weil die Dinge sich zuspitzen – die Krise kommt.

Was also tun, wenn die ‚Katakomben‘ sich melden?

Na ja, ich kann Ihnen meine Version erzählen.

Ich bin in den Wald gegangen und habe meinen Mut zur Wut bewiesen. Ich habe die Wut zugelassen und heraus geschrieen – das hat schonmal ein gutes Stück Erleichterung gebracht. Funktioniert übrigens auch sehr gut im Auto 😉 

Ich hatte eine Freundin zu Besuch, die ich länger nicht gesehen hatte. Als sie ankam hab ich ihr von vornherein gesagt: ‚Du bist genau zur rechten Zeit gekommen, Du bekommst jetzt die volle Ladung dessen, was mich gerade bewegt! Das hat absolut gar nichts mit dir zu tun! Das ist meines, das ist mein Thema! Ich brauche jemanden, dem gegenüber ich ALLES ehrlich und offen aussprechen kann, so dass die Dinge sich sortieren können.

Dann habe ich geredet und geredet und geredet. Sie hat gefragt und ich hab geantwortet. Wir haben diskutiert und geredet und geredet und geredet und es war sehr sehr sehr erhellend und befreiend!

Vielleicht nicht immer angenehm, aber doch erhellend denn es hat mir so einiges an Klarheit gegeben und ja meine Freundin konnte es ab, konnte super damit umgehen. Sie hat sich sogar sehr gefreut dass sie dieses Mal die Coaching Rolle übernehmen konnte.

Das fiel mir nicht leicht!  Es fiel mir vor allem nicht leicht, auch mal zu sagen ‚Scheiße‘, auch mal zu fluchen, auch klar auszusprechen, dass etwas mir zutiefst zuwider ist, auch mal zu sagen, ‚ich hab kein Bock mehr‘.

Mit der Zeit wurde es immer leichter, aber am Anfang war es irgendwie schon schwierig!

Die Dinge haben sich sortiert für mich und das ist das Wichtige in diesem Prozess. Ich habe gemerkt, dass sich die Dinge nicht nur sortieren! Plötzlich kam auch die Erkenntnis, wie viel mehr ich über mich herausgefunden habe.

Mut zur Wut, das ist wie eine Reinigung von innen, das ist wie eine innere Dusche und das tut sehr sehr gut!

Ehrlich zu sich sein! Ja, ich hab diese Anteile!

Vor einiger Zeit kam jemand zu mir und sagte „Ich habe Angst, denn ich habe ständig Selbstmord-Gedanken!“ Ich wollte ihn zum Therapeuten schicken, denn dafür bin ich nicht ausgebildet. Er sagte: „nein,  es ist eher so, dass ich mir überhaupt nicht vorstellen kann, dass ich mir etwas antue! Aber ich hab diese Selbstmord-Gedanken!“

Das ist der große Unterschied zwischen Denken und Tun! Manche Menschen haben Mord-Gedanken, aber sie setzen ihre Gedanken nicht in die Tat um. Sie könnten keiner Fliege etwas zu Leide tun und doch sind die Gedanken da. Sie schämen sich so schon dafür, dass sie überhaupt diese Gedanken haben.

Die Lösung war dann relativ einfach. Es ging darum, zu akzeptieren, dass die Gedanken da sind. Sie auszusprechen, dazu zu stehen, sich klar zu machen, dass das nur Gedanken sind, die niemandem schaden.

Nicht die Bekämpfung der Gedanken war die Lösung, sondern das Annehmen was ist, das Akzeptieren dieser als dunkle Seite wahrgenommenen Gedanken. Damit wurde alles leichter.

Schauen Sie hin, und entscheiden Sie bewusst, was sie machen! Bitte  ermorden Sie niemanden! Bitte fügen Sie auch niemandem Schaden zu!

Aber wenn ich meine Wut zulasse, wenn ich den Mut zur Wut zulasse, damit aber niemandem schade,  also keine Aktivität oder Tat dahinter setze, dann bin ich ehrlich zu mir!

Ich schade niemandem, setze aber meine Energie frei.

Ich lasse zu, dass ich wütend sein darf, dass ich frustriert sein darf, am liebsten um mich schlagen möchte.

Mut zur Wut mit Boxsack

Falls Sie tatsächlich ‚um sich schlagen möchten‘ suchen Sie sich einen Boxsack!

Jetzt wünsche ich Ihnen ein entspanntes befreites Wochenende

Gutes Gelingen wünscht

Ihre Angelika Mändle
Expertin für Krisenintelligenz


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